Geschichte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historisches

 

Vor- und Frühgeschichte

 Mittelalter

 Neuzeit

 Baudenkmäler

 Chronik-Ausschuß

 

  

 

Vor- und Frühgeschichte

 Im Gebiet der Gemeinde Ried halten sich mindestens seit der Jungsteinzeit Menschen auf. Indiz hierfür sind die Siedlungsfunde auf dem Flurstrück „Breiten“ 1650 Meter östlich der Kirche von Baindlkirch. Von da ab brechen die archäologischen Hinweise auf menschliche Kultur nicht ab. 850 Meter nordöstlich der Kirche von Eismannsberg wurden zum Beispiel Siedlungsfunde aus der Bronzezeit (17. bis 9. Jahrhundert vor Christus) gemacht.

 Bronzezeitlichen Ursprungs sind auch die zahlreichen Grabhügel, die in den Wäldern zu sehen sind (zwölf Hügel im „Höglwald“ etwa 1900 Meter nord/nordnordwestlich der Kirche von Baindlkirch, mindestens sieben Grabhügel etwas östlich davon im „Eismannsberger Schlag“. Weitere Grabhügel finden sich 400 Meter westlich der Riedhöfe. Relikte aus der römischen Zeit sind bisher nicht entdeckt worden.

 

Mittelalter

 Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs und der alemannischen und bajuwarischen Zuwanderung dürfte der größte Teil des Gemeindegebietes nicht zu den bevorzugten Siedlungsgebieten gehört haben. Jedenfalls deuten Ortsnamen wie Ried und Sirchenried auf eine Erschließung erst im hohen Mittelalter hin. Die alte, auf „-ing“ endende Ortsnamenschicht ist in der Gemeinde nicht vorhanden. Auf die welfische Zeit (11. Jahrhundert) geht Holzburg zurück. Noch einige Jahrhunderte früher – mindestens in karolingischer Zeit (8./9. Jahrhundert) – ist Baindlkirch in seiner heutigen Form entstanden. Beleg hierfür sind zum einen der in dieser Zeit äußerst populäre Kirchenpatron Sankt Martin (auch in den sehr alten Orten Dasing und Merching) und die erste urkundliche Nennung im Jahr 802. Deutlich später werden Ried, Sirchenried und Zillenberg (1269/71) oder Asbach (1314) genannt.

 

Neuzeit

 Die mittelalterlichen Siedlungen dürften in der Regel aus wenigen Höfen bestanden haben, deren Zahl etwa den heutigen großen Anwesen entspricht. Eine starke Zunahme der Bevölkerung brachte das 16. Jahrhundert, in dem viele kleine Anwesen (Sölden) neu errichtet wurden, dies war besonders in Ried, Baindlkirch, Hörmannsberg, Eismannsberg  und Zillenberg der Fall, weniger dagegen in Asbach, Burgstall, Glon, Holzburg und Sirchenried. Insbesondere der Dreißigjährige Krieg (1618/48) führte zu einem starken Rückgang der Bevölkerung. Seit dem 18. Jahrhundert blieb die Bevölkerungszahl bis ins 20. Jahrhundert hinein nahezu unverändert bzw. sie war teilweise – etwa in Eismannsberg oder Sirchenried – sogar rückläufig.

 Im Zuge der Etablierung des modernen Staates Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde sechs Gemeinden gebildet: Baindlkirch (mit Glon, Rettenbach und Riedhof), Eismannsberg (mit Asbach, Burgstall und Holzburg), Hörmannsberg, Ried, Sirchenried und Zillenberg. Am 1. Januar 1972 schlossen sich Sirchenried und Zillenberg an Ried an, am 1. Juli 1972 folgte Hörmannsberg und zum 1. Mai 1978 wurden schließlich Baindlkirch und Eismannsberg eingegliedert.

 Die Wirtschaftsstruktur in der Gemeinde war über Jahrhunderte bäuerlich und von ländlichem Kleinhandwerk geprägt. Einer Minderheit großer Bauern stand eine Vielzahl kleinbäuerlich-gewerblicher Anwesen gegenüber. Im Zuge der Industrialisierung und der Steigerung der Mobilität verlor im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert das ländliche Gewerbe an Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer raschen Rationalisierung und Konzentration im Agrarbereich auf immer weniger und größere Betriebe, so daß in der Gemeinde Ried heute hauptsächlich Arbeitnehmer leben, die meist auswärts arbeiten. Zugleich kam es zu einem starken Bevölkerungszuwachs, zunächst durch Flüchtlinge und Vertriebene, dann durch Zuzügler aus den städtischen Ballungsräumen.

 

Baudenkmäler

 Die Geschichte der Gemeinde Ried ist nur noch durch eine geringe Zahl an historischen Bauten und Baudenkmälern greifbar. Dies betrifft insbesondere der Bestand an historischen profanen Objekten, der seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu komplett durch Neubauten ersetzt wurde bzw. der so zeitgemäß umgestaltet wurde, daß sein ursprünglicher Charakter nicht mehr erkennbar ist. Das Gros der 16 denkmalgeschützten Bauwerke erstreckt sich deshalb auf kirchlichen Bauten.

 Das wohl einzigartigste Bauwerk in unserer Gemeinde ist die Pfarrkirche Sankt Martin in Baindlkirch, die neben dem Turm aus dem 15. Jahrhundert 1808/09 erbaut wurde. Es ist der einzige klassizistische Kirchenbau im Altkreis Friedberg. Insbesondere seine Malereien sind von großem kunsthistorischen und geistesgeschichtlichen Wert. Teile des Baudenkmals sind auch der Kirchenaufgang und die Friedhofsmauer. Gleich daneben (Sankt-Martin-Straße 3) findet sich ein weiteres Baudenkmal, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Pfarrhof. Nicht wegzudenken von dem Ensemble in der Mitte Baindlkirchs ist auch das anschließende Schulhaus und die umliegenden großen Bauernhäuser, die freilich nicht mehr in ihrem Ursprungszustand erhalten sind.

 Weitere kirchliche Bauwerke, die in der Denkmalliste erscheinen, sind die Kirchen in Eismannsberg (13./14. Jahrhundert, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgestaltet), Hörmannsberg (Ende 17. Jahrhundert, romanisches Turmuntergeschoß), Holzburg (1700, mit gotischen Resten), Ried (1862), Sirchenried (Ende 17. Jahrhundert) sowie die Kirche Mariazell (1683) und die Kapellen in Asbach (16. Jahrhundert), Burgstall (1753) und auf dem Friedhof in Ried (1863). Ein weiteres sakrales Baudenkmal ist das Wegkreuz zwischen Sirchenried und Baierberg.

 Ein herausragendes und von seinem Eigentümer vorbildlich erhaltenes profanes Baudenkmal in der Gemeinde ist der Wex-Hof in Holzburg. Der überaus stattliche Satteldachbau mit Ecklisenen, Segmentbogenfenstern, Freitreppe und Holztür in historisierenden Formen wurde 1871 errichtet. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das nahegelegene Backhaus. Zusammen mit den Ökonomiegebäuden und der dahinterliegenden Kirche bildet der Wex-Hof das schönste dörfliche Ensemble in der Gemeinde. Weitere profane Baudenkmale sind ein Bauernhaus in Baindlkirch (Riedhofstraße 2) aus dem 19. Jahrhundert, ein kleiner Hakenhof in Hörmannsberg (Kissinger Straße 4) mit einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert und einer Hausmadonna aus dem 16. Jahrhundert sowie eine schmuckvolle Haustür von 1887 in Ried (Hauptstraße 20).

 

Chronik-Ausschuß

 Wer sich mehr für die Geschichte der Gemeinde Ried interessiert ist und sich selbst als Forscher betätigt, der sei auf den Chronik-Ausschuß in der Gemeinde hingewiesen, den der gemeindliche Archivar Jürgen Bode, Leitenweg 5, Ried, Telephon 08233 6567, leitet. Ansprechpartner hierfür sind auch unsere Gemeinderäte Gerald Modlinger und Prof. Theo Vennemann.

 

 

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Stand: 18. September 2001